MÄHWIESENPROJEKT

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Pflege von Wiesen und Streuobstwiesen im Natura 2000-Gebiet am Schönbuchrand

 

Im Landkreis Böblingen und darüber hinaus prägen Streuobstwiesen in besonderem Maße unser hiesiges Landschaftsbild. Nicht nur für uns Menschen, sondern auch für die Tier- und Pflanzenwelt hat diese Form der Kulturlandschaft eine große Bedeutung. Eine Herausforderung bleibt jedoch die angepasste Pflege des Grünlands unter den Obstbäumen. Die landwirtschaftliche Nutzung des Wiesenaufwuchses bricht bei schwierig zu bewirtschaftenden Kleinflächen oft weg.

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Foto: R. Wegerer

Worum geht’s im Mähwiesenprojekt?

  • Es sollen Streuobstwiesen im Natura 2000-Gebiet Schönbuch wieder in eine möglichst traditionelle Nutzung überführt werden.
     

  • Wertvolles artenreiches Grünland im Sinne der FFH-Richtlinie soll dadurch wiederhergestellt und/oder erhalten werden.
     

  • Dies kann am besten gelingen, wenn Eigentümer:innen mit interessierten Landwirt:innen oder Tierhalter:innen zusammenarbeiten und z. B. ihr Stückle mähen oder beweiden lassen.

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Foto: R. Wegerer

Was bedeutet Natura 2000?

Bei der Umweltkonferenz der Vereinten Nationen 1992 in Rio de Janeiro unterzeichneten viele Länder, darunter auch Deutschland, die Biodiversitätskonvention und verpflichteten sich damit zum Schutz der biologischen Vielfalt. Daraufhin beschloss die EU, dass jeder Mitgliedstaat ein Netz an Schutzgebieten, sogenannten NATURA 2000-Gebieten, schafft. Natura 2000 umfasst dabei sowohl FFH (Fauna-Flora-Habitat) Gebiete als auch Vogelschutzgebiete auf gesetzlicher Grundlage der europäischen FFH-Richtlinie und Vogelschutzrichtlinie.

Warum sind die Wiesen am Schönbuchrand so wichtig?  

Im Natura 2000-Gebiet Schönbuch stehen neben Waldrefugien und seltenen Tieren des Waldes vor allem die randlichen Wiesen und Streuobstwiesen im Fokus der Schutzbemühungen. Die   Intention   der FFH-Richtlinie ist   es, für   diese   Wiesen  einen günstigen Erhaltungszustand zu sichern bzw. wiederherzustellen. Blumenbunte Wiesen, sogenannte FFH-Mähwiesen, und Streuobstwiesen gehören zu den artenreichsten Kulturlandschaften in der EU, von welchen das Land Baden-Württemberg EU-weit eines der bedeutendsten Vorkommen aufweist. 


Die Wiesen sind durch jahrzehnte- bis jahrhundertelange ein-  oder zweischürige Nutzung, sogenannte Heu- und Öhmdmahd, entstanden. Dabei wurde das Gras gemäht, getrocknet, abgeräumt und an Tiere verfüttert. Seitdem die Tierhaltung massiv zurückging, werden immer weniger Wiesen traditionell genutzt. Viele Grundstücke wachsen zu und werden zu Gebüsch. Wiederum andere Grundstücke werden in zu kurzen Abständen mit dem Rasen- oder Aufsitzmäher gemulcht. Die Blumen- und Artenvielfalt geht dadurch deutlich zurück. 

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Mähwiesenprojekt Schönbuchrand Stand 09/2021

Was kann ich als Eigentümer:in tun?

  • Mähen Sie Ihre Wiese 1-2 mal im Jahr mit einem Langgrasmähgerät. Räumen Sie das Mähgut von der Wiese ab z. B. zur Heunutzung. Die besten Mahdzeitpunkte sind im Juni sowie vor der Obsternte. 
     

  • Pflanzen Sie Obstbäume in einem weiten Abstand zueinander, damit die Wiese mit einem Traktor befahrbar bleibt. Der Baumabstand sollte mindestens 12 m betragen. Geschützte Tiere und Pflanzen der Streuobstwiesen brauchen diesen weiten Abstand. 
     

  • Vermeiden Sie intensive Freizeitnutzung. 

Unterstützung bei der Pflege von artenreichen Wiesen am Schönbuchrand

Suchen Sie ein geeignetes Unternehmen, um Ihr verbuschtes Grundstück frei zu machen? Sie haben nicht die Möglichkeit naturschutzkonform zu bewirtschaften oder haben keine Verwendung für das Heu? Kontaktieren Sie uns gern! Wir vermitteln Ihr Stückle an geeignete Personen zum mähen oder beweiden.

 

Was kann ich als Landwirt:in oder Tierhalter:in am Schönbuchrand tun?


Wenn Sie Interesse haben, Grünlandfläche hinzuzugewinnen und Streuobstwiesen zu bewirtschaften oder zu beweiden, kontaktieren Sie uns! Eventuell können wir Ihnen geeignete Flurstücke vermitteln und eine Pacht organisieren!

Kontakt für die Vermittlung zwischen Eigentümer:in, Landwirt:in, Tierhalter:in
Florian Gall - Landschaftserhaltungsverband Böblingen: f.gall@lrabb.de 07031 663 1247

Kontakt für vertiefte Fachfragen zum Thema Schutzgebietsrecht, Ökologie
Ralf Wegerer - Kreisübergreifende Koordinierung Nat.2000 Schönbuch: r.wegerer@kreis-tuebingen.de 07071 2074 024   

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Foto: R. Wegerer

Beweidung oder eine 1- bis 2-schürige Mahd mit Abräumen des Mähguts führen zum Erhalt der artenreich blühenden Wiesen. Wiesen-Salbei und Margeriten lassen einen guten Zustand der Fläche erkennen.